Telsche

Logbuch eines Motorseglers

Der breite, menschenleere Sandstrand der Schaabe mit Dünengras und türkisfarbener Ostsee

Von Strand zu Strand

Foto: Lapplaender, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

10 Stationen rund 150 sm Badewasser von Juni bis August
Sebastian Küpers
Sebastian Küpers 17.08.2026 · 3 Min. Lesezeit

Es gibt Törns, die man nach Seemeilen plant, und solche, die man nach dem Abend plant. Dieser hier ist der zweite Fall: Jede Etappe endet an einem Strand – mal einer mit Spielplatz, mal acht Kilometer Nehrung, mal eine Sandzunge, an der außer einem selbst niemand steht.

Warum das auf Rügen funktioniert

Weil die Insel zwei Küsten hat. Außen die Ostsee mit den klassischen Badestränden, innen die Bodden mit flachem, im Sommer erstaunlich warmem Wasser. Man kann also den ganzen Törn über baden, ohne dass die Strände sich gleichen.

Die Etappen sind kurz – zwischen zehn und zwanzig Seemeilen. Wer Strecke machen will, ist hier falsch. Wer um vier ankommen und noch zwei Stunden am Wasser sitzen will, ist richtig.

Was diesen Törn begrenzt

Der Tiefgang, und zwar an einer einzigen Stelle: Thiessow. Das Fahrwasser dorthin ist nur rund dreißig Meter breit, es gibt gemeldete Mindertiefen, und ab 1,90 Metern läuft man dort nur bei steigendem Wasser an. Wer tiefer geht, lässt die Station aus – der Rest der Runde bleibt machbar.

Zwei Orte, die man an dieser Stelle erwartet, fehlen mit Absicht:

  • Baabe klingt nach Ostseebad, aber vom Hafen sind es rund zwei Kilometer in den Ort und drei bis an den Strand. Für einen Strandtörn ist das der falsche Liegeplatz.
  • Waase auf Ummanz hat einen kleinen Sandstrand mit flachem Wasser – aber höchstens 1,60 Meter Tiefgang in der Zufahrt. Für viele Boote ist das die Grenze.

Wie man ihn fährt

Im Uhrzeigersinn ab Stralsund, also erst nach Norden: Dann läuft man die Nordküste von West nach Ost ab und hat sie bei Westwind raum – und sie ist der unangenehmste Abschnitt der Runde. Bei einer stabilen Ostlage gilt das Gegenteil, dann fährt man besser andersherum. Mehr dazu im Wetterabschnitt des Rund-Rügen-Guides. Die Ziegelgrabenbrücke gleich am Anfang bestimmt den ersten Tag, sie öffnet sechsmal.

Drei der Stationen sind Ankerplätze, keine Häfen. Sie brauchen ablandigen Wind, und dafür sollte man beim Planen Puffer lassen. Wenn es nicht passt, liegen überall Häfen in Reichweite – nachzulesen im Hafen-Guide.

Das hier ist kein Törnplan

Diese Seite ist eine Idee, kein Fahrplan. Die Stationen sind nach einem Kriterium ausgewählt und in eine Reihenfolge gebracht, die sich anbietet – wie viele davon in deinen Törn passen, hängt von deiner Zeit, deinem Tiefgang und vor allem vom Wind ab. Die Angaben zu Dauer und Distanz im Steckbrief sind Größenordnungen zum Abschätzen, keine Vorgabe.

  • Halbieren: Wer eine Woche hat, fährt nicht die Runde, sondern eine Küste. Von Stralsund bis Glowe liegen fünf Strandstationen auf dem Weg – zurück geht es denselben Weg oder mit dem Zug.
  • Tauschen: Kein Strand ist Pflicht. Fällt eine Station wegen Wind oder Tiefgang aus, steht auf jeder Ortsseite, was in Reichweite liegt – oft mit einem Strand, der genauso gut ist.
  • Wie man daraus einen eigenen Törn baut – Zeit, Tiefgang, Startpunkt, Brücken – steht im Törn-Guide. Dort steht auch, wie sich die vier Ideen mischen lassen.

Die Stationen

Kein Tagesplan, sondern ein Baukasten: Orte, die zu dieser Idee passen, in einer Reihenfolge, die sich anbietet. Wie viele davon in deinen Törn passen, hängt von deiner Zeit, deinem Tiefgang und dem Wind ab – zusammenstellen musst du ihn selbst.

  1. Altefähr Hafen Der Strand liegt direkt neben dem Hafen, mit Spielplatz. Ein Auftakt, der ohne Fußmarsch auskommt.
  2. Schaprode Hafen Breiter Sandstrand neben dem Fähranleger, dazu Jollen- und Surfbrettverleih. Nach der letzten Fähre wird es still.
  3. Yachthafen Vitte-Lange Ort Hafen Zehn Gehminuten an den Weststrand der autofreien Insel – der breiteste der ganzen Runde.
  4. Dranske Hafen Der Nordstrand gilt als einsame Badestelle. Liegen geht nur bei Nordwest bis Nord.
  5. Hafen Glowe Hafen Hier beginnt die Schaabe: acht Kilometer feiner Naturstrand, und der Hafen liegt praktisch daneben.
  6. Prorer Wiek vor Binz Ankerplatz Vor Anker vor der Seebrücke, bei ablandigem Wind. Der Badestrand von Binz ist der bekannteste der Insel.
  7. Hafen Thiessow Hafen Am Südzipfel Mönchguts, mit Strand in Gehweite. Die Ansteuerung ist die anspruchsvollste des Törns.
  8. Seedorf Hafen Eine kleine Sandbucht in Gehweite, gut für einen Nachmittag mit Kindern.
  9. Gustow Hafen Badestrand mit Volleyballfeld, drei- bis vierhundert Meter vom Steg.
  10. Palmer Ort Ankerplatz Der stillste Strand der Runde: sehr flaches Wasser, das sich schnell erwärmt, und kaum jemand da.
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