Es gibt Törns, die man nach Seemeilen plant, und solche, die man nach dem Abend plant. Dieser hier ist der zweite Fall: Jede Etappe endet an einem Strand – mal einer mit Spielplatz, mal acht Kilometer Nehrung, mal eine Sandzunge, an der außer einem selbst niemand steht.
Warum das auf Rügen funktioniert
Weil die Insel zwei Küsten hat. Außen die Ostsee mit den klassischen Badestränden, innen die Bodden mit flachem, im Sommer erstaunlich warmem Wasser. Man kann also den ganzen Törn über baden, ohne dass die Strände sich gleichen.
Die Etappen sind kurz – zwischen zehn und zwanzig Seemeilen. Wer Strecke machen will, ist hier falsch. Wer um vier ankommen und noch zwei Stunden am Wasser sitzen will, ist richtig.
Was diesen Törn begrenzt
Der Tiefgang, und zwar an einer einzigen Stelle: Thiessow. Das Fahrwasser dorthin ist nur rund dreißig Meter breit, es gibt gemeldete Mindertiefen, und ab 1,90 Metern läuft man dort nur bei steigendem Wasser an. Wer tiefer geht, lässt die Station aus – der Rest der Runde bleibt machbar.
Zwei Orte, die man an dieser Stelle erwartet, fehlen mit Absicht:
- Baabe klingt nach Ostseebad, aber vom Hafen sind es rund zwei Kilometer in den Ort und drei bis an den Strand. Für einen Strandtörn ist das der falsche Liegeplatz.
- Waase auf Ummanz hat einen kleinen Sandstrand mit flachem Wasser – aber höchstens 1,60 Meter Tiefgang in der Zufahrt. Für viele Boote ist das die Grenze.
Wie man ihn fährt
Im Uhrzeigersinn ab Stralsund, also erst nach Norden: Dann läuft man die Nordküste von West nach Ost ab und hat sie bei Westwind raum – und sie ist der unangenehmste Abschnitt der Runde. Bei einer stabilen Ostlage gilt das Gegenteil, dann fährt man besser andersherum. Mehr dazu im Wetterabschnitt des Rund-Rügen-Guides. Die Ziegelgrabenbrücke gleich am Anfang bestimmt den ersten Tag, sie öffnet sechsmal.
Drei der Stationen sind Ankerplätze, keine Häfen. Sie brauchen ablandigen Wind, und dafür sollte man beim Planen Puffer lassen. Wenn es nicht passt, liegen überall Häfen in Reichweite – nachzulesen im Hafen-Guide.
Das hier ist kein Törnplan
Diese Seite ist eine Idee, kein Fahrplan. Die Stationen sind nach einem Kriterium ausgewählt und in eine Reihenfolge gebracht, die sich anbietet – wie viele davon in deinen Törn passen, hängt von deiner Zeit, deinem Tiefgang und vor allem vom Wind ab. Die Angaben zu Dauer und Distanz im Steckbrief sind Größenordnungen zum Abschätzen, keine Vorgabe.
- Halbieren: Wer eine Woche hat, fährt nicht die Runde, sondern eine Küste. Von Stralsund bis Glowe liegen fünf Strandstationen auf dem Weg – zurück geht es denselben Weg oder mit dem Zug.
- Tauschen: Kein Strand ist Pflicht. Fällt eine Station wegen Wind oder Tiefgang aus, steht auf jeder Ortsseite, was in Reichweite liegt – oft mit einem Strand, der genauso gut ist.
- Wie man daraus einen eigenen Törn baut – Zeit, Tiefgang, Startpunkt, Brücken – steht im Törn-Guide. Dort steht auch, wie sich die vier Ideen mischen lassen.

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