Telsche

Logbuch eines Motorseglers

Der Naturstrand am Palmer Ort mit Kiefern am Ufer, am Horizont das Maltziener Leuchtfeuer

Palmer Ort

Foto: Freddy2001, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Noch nicht selbst gelegen Nur bei Nordost bis Ost nicht auf die Ostseite ausweichen einsamer Naturstrand
Sebastian Küpers
Sebastian Küpers 16.08.2026 · 3 Min. Lesezeit

Palmer Ort ist die Südspitze der Halbinsel Zudar und damit der südlichste Punkt Rügens – die Stelle, an der der Greifswalder Bodden in den Strelasund übergeht. Es gibt dort einen schmalen Naturstrand, ein Leuchtfeuer und sonst fast nichts. Genau das ist der Reiz.

Bei Ostwind

Reviersbeschreibungen sind an dieser Stelle ungewöhnlich eindeutig: Bei Ostwind lässt sich am Palmer Ort hervorragend ankern, direkt vor dem Strand. Der Wind kommt dann von Land, das Wasser steht glatt, und man liegt an einer Küste, an der tagsüber kaum jemand ist – der Strand gilt als wenig besucht, weil er abgelegen ist und man lange laufen muss, um hinzukommen.

Nach Westen ist es offen. Wie bei der Steilküste bei Groß Zicker ist das also ein Platz für die passende Wetterlage und nicht für jede Nacht.

Sehr flach – und das hat zwei Seiten

Das Wasser hier ist ausgesprochen flach und erwärmt sich im Sommer entsprechend schnell. Wer mit Kindern unterwegs ist, wird das zu schätzen wissen; im Hochsommer ist das eine der angenehmsten Badestellen des Reviers.

Die andere Seite ist die Navigation. In der näheren Umgebung wird um drei Meter geankert, aber das ist keine Angabe, auf die man sich verlassen sollte – hier entscheidet die Seekarte, und wer zum ersten Mal kommt, tastet sich lotend heran.

Bei Westwind nicht auf die andere Seite

Der Gedanke liegt nahe, und an vielen Landspitzen funktioniert er auch: Dreht der Wind auf West, fährt man um die Spitze herum und legt sich auf die andere Seite in Lee. Hier ist das keine gute Idee.

Östlich von Palmer Ort ist es deutlich zu flach, und es liegen zu viele Steine. Der Platz funktioniert nur auf dieser Seite und nur bei Nordost bis Ost. Dreht der Wind weiter, fährt man weg – nicht herum.

Die Nachbarschaft

Der Strelasund hat mehrere Ankerplätze, und man wählt zwischen ihnen nach der Windrichtung – je nachdem vor oder hinter den Halbinseln Zudar und Drigge. Wenn nichts davon passt, liegen Stahlbrode, Gustow und Lauterbach in Reichweite.

Rechtlich ist der Platz unkompliziert: Der Strelasund liegt außerhalb des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Näheres im Ankerplatz-Guide.

Häufige Fragen

Kann man am Palmer Ort ankern?

Ja – bei Ostwind sogar besonders gut, dann liegt man direkt vor dem Strand auf glattem Wasser. Nach Westen ist der Platz offen, es ist also ein Schönwetterplatz.

Wie tief ist es am Palmer Ort?

Sehr flach. In der Umgebung wird um drei Meter geankert, verlassen sollte man sich darauf aber nicht – hier ist die Seekarte die einzige verbindliche Quelle. Der Vorteil des flachen Wassers: Es erwärmt sich im Sommer schnell.

Wo liegt Palmer Ort?

An der Südspitze der Halbinsel Zudar, dem südlichsten Punkt Rügens, dort wo der Greifswalder Bodden in den Strelasund übergeht. Landmarke ist das Maltziener Leuchtfeuer.

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