Stahlbrode liegt auf der Festlandseite des Strelasunds, gegenüber von Rügen, und ist vor allem eines: tief. Drei bis vier Meter an den Gastliegeplätzen sind im Boddenrevier eine Ansage, und das macht den Hafen zu dem, als was ihn Reviersbeschreibungen führen – einem Schutzhafen für den Fall, dass es auf dem Greifswalder Bodden ungemütlich wird, bevor man weiter ist.
Der Hafen
Es gibt zwei Becken. Im Nordbecken liegen Fischerei und Segelvereine, im Südbecken sind der Zoll und die Gastliegeplätze – dorthin also. Achtzehn Gastplätze an Schwimm- und Feststegen, Yachten bis sechzehn Meter. Insgesamt zählt der Hafen über sechzig Plätze, der ADAC nennt 55; einen Yachthafen gibt es hier erst seit der Wassersportsaison 2010.
An Ausstattung sind Diesel, gepflegte Sanitäranlagen, Motorservice, Bootselektrik und Bootsbau vorhanden, dazu ein Fahrrad- und Bootsverleih. Gegessen wird in der „Molenstube“, einem Fischimbiss an der Mole.
Ansteuerung
Ungewöhnlich für dieses Revier: Stahlbrode lässt sich bei Tag und bei Nacht anlaufen, die Hafeneinfahrt ist befeuert. Südlich der Tonne R20 zweigt das Fahrwasser ab, von dort führt Kurs 245 Grad direkt ins Südbecken. Eine Untiefe trennt allerdings die Zufahrten zu den beiden Hafenbecken – am besten läuft man tagsüber ein, nachts nur mit Ortskenntnis. Der Strelasund selbst hat im Mittel sechs bis acht Meter – auch das eine Erleichterung nach den Boddenrinnen.
Eine Eigenheit im Hafen: Bei Ostwind steht es hier böig – deutlicher als an vergleichbaren Stegen im Strelasund. Und Ost ist im Revier keine Ausnahmelage: Der Wind kommt hier meistens aus West oder aus Ost, aus Nord oder Süd dagegen selten.
Fischerdorf mit Geschichte
Als Fährhafen nach Rügen wird Stahlbrode bereits seit 1357 urkundlich erwähnt. Die Fischerei-Tradition lebt bis heute: Frischfisch und Räucherware gibt es direkt vom Fischer im Hafen, gegessen wird neben der „Molenstube“ auch im Restaurant Fährmann’s Hus oder im Bistro Fischbude Stahlbrode. Wer die Seele baumeln lassen will, findet rund 450 Meter nordwestlich des Hafens einen kleinen Naturstrand.
Die Fähre
Von Stahlbrode setzt eine Autofähre nach Glewitz auf Rügen über, von April bis November im Zwanzig-Minuten-Takt. Für Segler heißt das zweierlei: Man hat regelmäßigen Querverkehr im Sund einzukalkulieren – und man kommt ohne eigenen Schlag nach Rügen hinüber, wenn man das Boot liegen lassen will.
Direkt gegenüber, hinter dem Fähranleger auf der Rügener Seite, liegt der Ankerplatz in der Glewitzer Wiek. Nach Süden folgt Palmer Ort an der Südspitze Rügens, nach Norden der Naturhafen Gustow und der Ankerplatz an der Halbinsel Drigge.
Häufige Fragen
Wie tief ist der Hafen Stahlbrode?
An den Gastliegeplätzen drei bis vier Meter, eine andere Quelle nennt bis 4,5 Meter. Damit gehört Stahlbrode zu den tiefsten Häfen im Strelasund und eignet sich auch für größere Yachten bis rund sechzehn Meter.
Kann ich Stahlbrode nachts anlaufen?
Ja – das ist in diesem Revier die Ausnahme. Die Hafeneinfahrt ist befeuert. Südlich der Tonne R20 zweigt das Fahrwasser ab, Kurs 245 Grad führt ins Südbecken, wo auch die Gastliegeplätze liegen.
Wo liegen in Stahlbrode die Gastliegeplätze?
Im Südbecken, zusammen mit dem Zoll – achtzehn Plätze an Schwimm- und Feststegen. Das Nordbecken gehört der Fischerei und den Segelvereinen.
Fährt von Stahlbrode eine Fähre nach Rügen?
Ja, eine Autofähre nach Glewitz, von April bis November im Zwanzig-Minuten-Takt. Der Querverkehr im Sund ist entsprechend einzuplanen.

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