Dranske liegt an der Nordwestspitze Rügens, dort wo der Wieker Bodden endet und der Bug beginnt. Es ist der abgelegenste Platz dieser Sammlung – und der mit dem engsten Schutzfenster.
Der Schutz ist die Einschränkung
Schutz bietet der Liegeplatz nur bei Wind aus Nordwest bis Nord. Das ist ein schmaler Sektor, und er entscheidet darüber, ob man hier eine Nacht verbringt oder besser weiterfährt. Bei allem anderen ist Wiek die vernünftigere Adresse.
Zwei Anlegestellen, zwei Regeln
- Am Steg des Wittower Segelvereins gibt es Gastplätze auf 1,5 bis 2 Metern – auf freien Plätzen und nach Absprache. Hier stehen auch Sanitäranlagen, Strom und Wasser am Steg.
- Am Schiffsanleger, zwei Zehntel Seemeilen weiter nördlich, gibt es fünf Gastliegeplätze auf 1,8 bis 2,0 Metern. Dort fährt man ausschließlich den Kopf des 150 Meter langen Holzstegs an – nur da ist es tief genug.
Ansteuerung – und was südwestlich liegt
Betonnt geht es zum Schiffsanleger, danach führt Kurs 250 Grad zum Tonnenpaar 3/6. Außerhalb des Fahrwassers wird es flach und unübersichtlich. Und südwestlich liegen alte Militäranlagen und Wracks – das ist kein Gebiet, in dem man abkürzt.
Der Bug
Die Landzunge nordwestlich von Dranske war Militärgelände, und der alte Marinehafen dort steht leer. Seit Jahren gibt es Pläne, daraus ein Resort mit Marina und rund 400 Liegeplätzen zu machen. Das ist Planung, kein Liegeplatz – wer darauf setzt, sollte vorher nachfragen, ob sich etwas bewegt hat.
An Land führt ein rund 15 Kilometer langer Hochuferweg bis Kap Arkona, vorbei am Naturschutzgebiet Nordwestufer Wittow und Kreptitzer Heide – einem der längsten aktiven Kliffs Deutschlands, seit 1994 geschützt – und am Bakenberg mit Strand unterhalb der Steilküste. Der Nordstrand gilt als einsame Badestelle. Zum Ankern liegt der Wieker Bodden direkt vor der Tür.
Kuhle und die älteste Gaststätte Rügens
Wer will, betritt den südlichen Teil des Bug nicht auf eigene Faust, sondern mit einer geführten Wanderung – dienstags und freitags, von April bis Oktober, Anmeldung über die Tourist-Info Dranske. Der nördliche Teil bleibt Besuchern verschlossen.
Rund fünf Kilometer nordöstlich liegt Kuhle, im 18. und 19. Jahrhundert selbst ein Liege- und Ankerplatz für Großsegler, die von hier bis nach Australien, Amerika und ins Mittelmeer aufbrachen. Geblieben ist der Schifferkrug: nachweislich seit 1455 in Betrieb und damit die älteste noch bewirtete Gaststätte der Insel.
Häufige Fragen
Bei welchem Wind kann ich in Dranske liegen?
Nur bei Nordwest bis Nord – das ist ein schmales Fenster. Bei anderen Richtungen bietet der Platz keinen Schutz; dann ist Wiek die bessere Adresse.
Wo genau macht man in Dranske fest?
Entweder am Steg des Wittower Segelvereins auf 1,5 bis 2 Metern nach Absprache, oder am Schiffsanleger 0,2 Seemeilen weiter nördlich, wo fünf Gastplätze auf 1,8 bis 2,0 Metern liegen. Dort fährt man nur den Kopf des 150 Meter langen Holzstegs an – nur da ist es tief genug.
Gibt es am Bug eine Marina?
Bisher nicht. Der alte Marinehafen auf dem früheren Militärgelände steht leer; ein Resort mit rund 400 Liegeplätzen ist geplant. Bis dahin ist das kein Liegeplatz, sondern eine Absichtserklärung.

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