Hiddensee gilt als Ziel, für das man eine Woche braucht. Das stimmt nicht. Von Stralsund aus ist die Insel an einem Freitagabend erreichbar – und wer will, schafft am Wochenende auch noch Wittow.
Warum Nord-Süd der Trick ist
Der Wind kommt hier meistens aus West oder aus Ost; aus Nord oder Süd weht es selten. Diese Runde läuft auf einer Nord-Süd-Achse – damit steht er fast immer quer zum Kurs, auf dem Hinweg wie auf dem Rückweg, und es ist gleichgültig, von welcher der beiden Seiten er kommt. Man muss am Freitag nicht wissen, was am Sonntag weht, und das ist bei drei Tagen die halbe Miete.
Dazu kommt ein zweiter Vorteil, der oft übersehen wird: Nach Norden geht es aus Stralsund ohne Brücke. Die Citymarina liegt auf der richtigen Seite des Rügendamms – nur wer nach Süden in den Greifswalder Bodden will, muss die Ziegelgrabenbrücke abwarten, und die öffnet sechsmal am Tag.
Der Freitag: rüber nach Hiddensee
Rund fünfzehn Seemeilen bis Neuendorf, den südlichsten Hafen der Insel. Das ist der stillste der drei Hiddensee-Häfen und für einen Freitagabend der passende: Man kommt an, geht durch das Dorf ans Wasser, und das war der Tag.
Ab 1,80 Metern Tiefgang wird es an den Yachtplätzen eng. Wer tiefer geht, fährt gleich weiter nach Vitte – das kostet keine Stunde mehr.
Der Samstag: weiter nach Wittow
Von Hiddensee nach Wiek sind es rund fünfzehn Seemeilen durch den Vitter Bodden und den Libben. Der Libben ist die Stelle, die man bei Wind ernst nimmt – flach, offen nach Norden, und bei auflandigem Wetter unangenehm kurz in der See.
Wiek selbst liegt geschützt im Wieker Bodden, und in Gehweite steht die Kreidebrücke von 1914 – einer der frühen Stahlbetonbauten der Ostseeregion. Wem das zu weit ist, der bleibt auf Hiddensee: Kloster unter dem Dornbusch oder Vitte am Weststrand sind beide kein Rückschritt.
Der Sonntag ist der lange Tag
Zurück nach Stralsund sind es von Wiek aus rund achtundzwanzig Seemeilen. Das ist die Etappe, die diesen Törn von „entspannt“ auf „mittel“ hebt – bei vier Knoten sind das sieben Stunden. Wer sonntags nicht unter Zeitdruck stehen will, macht die kürzere Variante über Kloster oder Vitte; von dort sind es nur noch achtzehn Seemeilen.
Das hier ist kein Törnplan
Diese Seite ist eine Idee, kein Fahrplan. Die Stationen sind nach einem Kriterium ausgewählt und in eine Reihenfolge gebracht, die sich anbietet – wie viele davon in deinen Törn passen, hängt von deiner Zeit, deinem Tiefgang und vor allem vom Wind ab. Die Angaben zu Dauer und Distanz im Steckbrief sind Größenordnungen zum Abschätzen, keine Vorgabe.
- Die kürzere Variante ist die ehrlichere: Wittow am Wochenende geht, aber der Sonntag wird dann zum Arbeitstag. Wer zum ersten Mal hier fährt, bleibt besser auf Hiddensee.
- Anders herum funktioniert es auch: Freitag direkt nach Vitte, Samstag nach Wiek und zurück nach Kloster, Sonntag heim. Dieselbe Achse, andere Verteilung.
- Wie man daraus einen eigenen Törn baut – Zeit, Tiefgang, Startpunkt, Brücken – steht im Törn-Guide. Dort steht auch, wie sich die vier Ideen mischen lassen.

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