Telsche

Logbuch eines Motorseglers

Hafenbecken von Kloster auf Hiddensee mit Segelyachten am Steg und spiegelglattem Wasser

Kloster auf Hiddensee

Foto: Nikater, Public Domain, via Wikimedia Commons

Kapazität ca. 110 Boote 1,50 € je Meter autofreie Insel
Sebastian Küpers
Sebastian Küpers 16.08.2026 · 5 Min. Lesezeit

Kloster ist der nördlichste der drei Hiddenseer Häfen und liegt am Fuß des Dornbusch, jener Endmoräne, die der flachen Insel ihre einzige Erhebung gibt. Oben steht der Leuchtturm. Unten liegt ein Hafen, der durch einen neuen Wellenbrecher bei fast allen Windrichtungen ruhig ist – mit einer Ausnahme.

Der Hafen

Die Gesamtkapazität liegt bei rund 110 Booten. Wie viele davon für Gäste frei sind, wird nicht separat ausgewiesen; Reviersbeschreibungen merken an, dass die Zahl im Sommer zu gering sei. Wer im Hochsommer sicher liegen will, kommt früh.

Die Tiefe unterscheidet sich je nach Steg: zwischen Steg 1 und 2 rund 1,80 Meter, zwischen Steg 2 und 3 ab knapp 2,00 Metern bei Normalwasser. Fürs Revier gilt ohnehin die Grenze von 2,50 Metern Tiefgang im betonnten Fahrwasser des Vitter Boddens.

Abgerechnet wird nach Länge: 1,50 Euro je Meter und 24 Stunden, bei Mehrrumpfbooten 2,25 Euro. Für ein Boot von 9,14 Metern sind das rund 14 Euro, dazu Kurabgabe von 2,50 Euro je Person und Tag, zwei Euro für Strom und ein Euro je zehn Minuten Wasser. Diesel, Kran und Slip gibt es nicht – wer das braucht, plant Schaprode auf dem Festland ein.

Ansteuerung und Wetter

Der Weg führt über das betonnte Fahrwasser durch den Vitter Bodden. Dank Wellenbrecher liegt man in Kloster bei fast jeder Windrichtung ruhig – außer bei steifem Südost. Dann steht Schwell im Becken, und die Nacht wird unruhig.

Was den Ort ausmacht

Hiddensee ist autofrei, und das ändert alles: Man kommt an, und der Lärmpegel fällt. Der Weg zum Ostseestrand beträgt rund 600 Meter, zum Leuchtturm Dornbusch geht man hinauf und hat die ganze Insel unter sich.

Kloster ist außerdem der Ort, an dem Gerhart Hauptmann seine Sommer verbrachte und auf dem Inselfriedhof begraben liegt. Sein Sommerhaus steht heute als Museum offen, mit original erhaltenen Wohn- und Arbeitsräumen; im Sommer finden im dortigen Literaturpavillon Lesungen und Konzerte statt. Die Insel hat eine lange Tradition als Künstlerrefugium – wer sich dafür interessiert, findet hier mehr als einen Liegeplatz.

Aus der Praxis: was Segler berichten

Kloster ist ein beliebter Hafen, und die beiden Dinge, die man vorher wissen sollte, hängen genau daran: Man bekommt nicht sicher einen Platz, und der Boden ist nicht überall so tief, wie die Zahlen es nahelegen.

Zur Platzvergabe: Reserviert wird nicht. Der Hafenmeister ist da sehr deutlich – in der Hochsaison müssten täglich 20 bis 30 Boote abgewiesen werden, und Reservierungen gäben nur Chaos. Dafür stehen die Hafenmeister bei Andrang selbst am Steg und weisen einlaufenden Yachten ihren Platz zu; das wird in Berichten durchweg gelobt. Wer selbst sucht, verliert Zeit. Wer nach dem frühen Nachmittag kommt, verliert womöglich den Platz. Ein Segler beschrieb 2024 den umgekehrten Weg als verlässlich: morgens werden regelmäßig Boxen frei.

Zu den Boxen: Sie sind unterschiedlich breit, und die Zuordnung ist nicht immer intuitiv – ein Segler formulierte es so, dass es breite Boxen für kurze Boote gebe und schmale für lange. Die Breiten sind nicht durchgehend angeschrieben; der Hafenmeister nennt sie auf Nachfrage. Am Ende einer Gasse kann ein einzelnes Boot mehrere Plätze blockieren. In der Praxis funktioniert das trotzdem, weil man sich gegenseitig hilft – auch das ein wiederkehrendes Motiv in den Berichten.

Und der Punkt, der wirklich in die Planung gehört – Mindertiefen. Die Fähren wenden im Hafen zügig und schieben dabei Schlick und Sand in die Boxengassen. Zwei unabhängige Meldungen aus dem Segelforum:

  • Mai 2024: Ein Segler blieb beim Auslaufen mit 1,95 m Tiefgang in der östlichen Boxenreihe stehen – bei Niedrigwasser und Westwind.
  • Mai 2026: Zwischen den mittleren Stegreihen liegt nach einem weiteren Bericht eine „ordentliche Sandbank“, Aufgrundung mit 1,80 m Tiefgang. Der erste Steg sei gerade noch passierbar gewesen.

Gebaggert wurde nach diesen Berichten nicht; der Hafenmeister verwies auf die Zuständigkeit der Kurdirektion. Das sind Einzelbeobachtungen und keine amtliche Peilung – aber sie kommen von zwei Seglern in zwei Jahren und beschreiben dasselbe Muster. Wer mehr als 1,70 Meter geht, fragt beim Anlaufen nach der Gasse und meidet Niedrigwasser bei anhaltendem West. Ablandiger Wind drückt hier zusätzlich Wasser aus dem Bodden.

Zur Nachtruhe: Der Wellenbrecher hält den Seegang draußen, aber der Schwell der wendenden Fähren kommt je nach Windrichtung ins Becken. Ganz still ist es tagsüber nicht.

Kleinigkeit mit großer Wirkung: Die Sanitäranlagen sind modern und barrierefrei – der Weg dorthin führt allerdings einmal um das ganze Hafenbecken herum. Wer im Regen ankommt, weiß das gern vorher.

Die Inselkirche und der Rosenhimmel

Die Inselkirche in Kloster wurde 1332 geweiht und ist das älteste erhaltene Gebäude Hiddensees – der letzte sichtbare Rest des einstigen Zisterzienserklosters, dem der Ort seinen Namen verdankt. Ihr hölzernes Tonnengewölbe stammt erst von 1922: Nikolaus Niemeier bemalte es mit Rosen, seither als „Rosenhimmel“ bekannt. Als ältestes Zeugnis aus der Klosterzeit gilt die Grabplatte des Abtes Johannes Runnenberg, gestorben 1475.

Oben auf dem Dornbusch lohnt sich der Aufstieg in den 27,5 Meter hohen Leuchtturm, seit 1888 in Betrieb: Eine Dauerausstellung erzählt Technik und Geschichte des Turms, von der Spitze reicht der Blick über die ganze Insel.

Häufige Fragen

Was kostet ein Liegeplatz in Kloster?

1,50 Euro je Meter und 24 Stunden für Einrumpfboote, 2,25 Euro bei Mehrrumpfbooten – für ein Boot von gut neun Metern also rund 14 Euro. Dazu kommen 2,50 Euro Kurabgabe je Person und Tag, 2 Euro für Strom und 1 Euro je zehn Minuten Wasser.

Wie tief ist der Hafen Kloster?

Das hängt vom Steg ab: zwischen Steg 1 und 2 rund 1,80 Meter, zwischen Steg 2 und 3 ab knapp 2,00 Metern bei Normalwasser. Im Fahrwasser des Vitter Boddens gilt eine Grenze von 2,50 Metern Tiefgang.

Bei welchem Wind liegt man in Kloster unruhig?

Bei steifem Südost. Sonst schützt der Wellenbrecher gut, und der Hafen gilt bei fast allen Windrichtungen als ruhig.

Gibt es auf Hiddensee Diesel?

In Kloster nicht – dort gibt es weder Tankstelle noch Kran oder Slipanlage. Wer bunkern muss, plant Schaprode auf dem Festland ein, von wo auch die Fähren zur Insel fahren.

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