Der Große Jasmunder Bodden ist das größte Boddengewässer Rügens – dreizehn Kilometer lang, fünf breit, fast neunundfünfzig Quadratkilometer. Und er ist etwas, das im Revier selten ist: rechtlich unkompliziert. Er liegt außerhalb des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, deren Ostgrenze an Tonne 52 im Rassower Strom endet. Das Ankern mit Übernachtungsabsicht, das westlich davon untersagt ist, ist hier erlaubt.
Tiefe und Steine
Der Bodden ist tiefer, als sein Ruf. Über der offenen Fläche stehen in der Karte durchgehend Werte zwischen 5,6 und 7 Metern – 6,1 · 6,2 · 6,3 · 6,4 · 6,7 · 6,9 –, im Osten auch 7,5. Flach wird es erst unter Land: 0,5 und 0,6 Meter an den Ufern, dazwischen Streifen mit einem und knapp drei Metern. Für ein Boot mit anderthalb Metern Tiefgang ist die Mitte des Boddens also nichts, worüber man nachdenken muss.
Das eigentliche Thema sind die Steine. Quer über die Karte läuft der Vermerk „NUMEROUS STONES“, und die Einzelsymbole stehen zu Dutzenden – dicht gedrängt an der Westküste, verstreut auch über die offene Fläche. Wer hier ankert, sucht sich die Stelle in der Karte und nicht nach Gefühl.
Wo man liegt
Zwei Plätze werden regelmäßig genannt, und man wählt zwischen ihnen nach der Windrichtung:
- Vor dem Hafen Ralswiek am Südufer, in einer kleinen Bucht unterhalb der Schwarzen Berge – dort, wo im Sommer die Störtebeker-Festspiele stattfinden.
- Am Mittelsee am gegenüberliegenden Ufer, am Ende eines privat betonnten Fahrwassers.
Das Prinzip ist bei einem so weiten Gewässer immer dasselbe: Man legt sich an die Luvseite. Weil der Bodden in jeder Richtung Ufer hat, findet man bei fast jedem Wind eine Seite, an der es ruhig bleibt – das ist der eigentliche Vorzug gegenüber den offenen Wieken.
Deshalb sind die beiden genannten Plätze auch nur Anhaltspunkte. Von der Mitte des Boddens aus steht Land in jeder Richtung zwischen 1,2 und 2,7 Seemeilen entfernt, und tief genug ist es fast überall. Man hat hier so freie Platzwahl wie sonst nirgends im Revier – man sucht sich die Ecke nach dem Wind aus und schaut vorher auf die Steine in der Seekarte. Das ist der ganze Filter.
Warum hier so wenige liegen
Weil man erst einmal hinkommen muss. Der Weg führt über den Wieker Bodden und den Rassower Strom – ein Umweg, den viele auf der Rügen-Runde auslassen. Wer ihn macht, findet ein Binnenrevier mit kleinen Häfen in Ralswiek, Breege und Lietzow, wenig Verkehr und der Möglichkeit, legal vor Anker zu übernachten. Im Revier ist das eine seltene Kombination.
Häufige Fragen
Darf man im Großen Jasmunder Bodden ankern und übernachten?
Ja. Er liegt außerhalb des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, dessen Ostgrenze an Tonne 52 im Rassower Strom endet. Das Verbot, mit Übernachtungsabsicht zu ankern, betrifft ihn nicht – anders als große Teile Westrügens.
Wie tief ist der Große Jasmunder Bodden?
Über der offenen Fläche 5,6 bis 7 Meter, im Osten bis 7,5. Flach ist es erst unter Land, dort mit 0,5 bis 1 Meter. Das Problem ist nicht die Tiefe, sondern der Grund: „NUMEROUS STONES“ steht quer über der Karte, dazu Dutzende einzeln verzeichnete Steine.
Wo ankert man im Großen Jasmunder Bodden am besten?
Zwei Plätze werden regelmäßig genannt: vor dem Hafen Ralswiek am Südufer oder gegenüber am Mittelsee, am Ende eines privat betonnten Fahrwassers. Welcher passt, entscheidet die Windrichtung – man geht auf die Luvseite.

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