Telsche

Logbuch eines Motorseglers

Blick vom Schlossberg Ralswiek über den Großen Jasmunder Bodden auf die bewaldete Landzunge

Ralswiek

Foto: Kvelldulf, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Tiefe 0,8–2,5 m Gastbereich nur 0,5–2,1 m Störtebeker-Festspiele
Sebastian Küpers
Sebastian Küpers 17.08.2026 · 3 Min. Lesezeit

Ralswiek ist der Hafen mit der längsten Geschichte im ganzen Revier. Hier lag ein slawischer Seehandelsplatz, später ein Wikingerhafen – und heute steht am Ufer die Freilichtbühne der Störtebeker-Festspiele, auf der von Ende Juni bis Anfang September über 120 Darsteller auftreten. Der Ort war lange als „technisch datenfrei“ verschrien; das stimmt nicht mehr.

Die Zahl, auf die es ankommt

Der Hafen wurde im Jahr 2000 neu gestaltet und hat 40 Liegeplätze; eine andere Quelle spricht von rund siebzig Gastplätzen am Wasserwanderrastplatz an den Stegen 1 bis 3. Auch bei der maximalen Länge gehen die Angaben auseinander – 12 Meter bei der einen, 15 bei der anderen Quelle.

Entscheidend ist aber die Tiefe, und die hat eine Falle: Für den Hafen werden 0,8 bis 2,5 Meter genannt. Der Bereich, in dem Gäste tagsüber festmachen können, liegt im Südosten – und dort sind es nur 0,5 bis 2,1 Meter. Wer mit anderthalb Metern Tiefgang kommt, hat also nicht überall Wasser unter dem Kiel. Telsche passt mit 1,30 Metern, aber ohne große Reserve.

Ansteuerung

Gut betonnt, mit Richtfeuer, und trotzdem nur bei Tag. Konkret: Ab der Tonne RW1 führt Kurs 181° bis zum Tonnenpaar RW4/RW5, die Kardinaltonne Nord bleibt dabei an Steuerbord. Die Regel danach ist simpel und wird in den Beschreibungen betont: in der Fahrrinne bleiben und das letzte Tonnenpaar passieren, bevor man eindreht – zur östlichen Dalbenreihe hält man dabei Abstand. Am Westufer liegen Steine, und beidseits des Fahrwassers wird es schnell flach.

Was hier sonst noch ist

Für einen Hafen dieser Größe ist die Ausstattung erstaunlich vollständig: Sanitäranlagen mit Duschen, Strom und Wasser am Steg, Tankstelle, Slipanlage, Wäscheservice, Entsorgung – dazu Segelmacher, Elektronik- und Motorenservice. Es gibt einen Imbiss, ein Restaurant, einen Spielplatz und einen Brötchenservice.

Über dem Ort steht das Schloss, heute ein Hotel. Ralswiek selbst ist seit 1311 urkundlich bekannt, das Schloss ist deutlich jünger: 1891 kaufte der Industrielle Hugo Sholto Graf Douglas den Ort und ließ sich von 1893 bis 1896 vom Berliner Architekten Gustav Stroh einen Prachtbau im Stil französischer Renaissanceschlösser errichten. Die aufwendige Innenausstattung – darunter das Treppenhaus im Jugendstil – stammt erst aus einem Umbau von 1912 bis 1914, an dem der belgische Architekt und Designer Henry van de Velde beteiligt war. Wer im Sommer da ist, sollte wissen, worauf er sich einlässt: Während der Festspiele ist Ralswiek abends kein stiller Ort. Das ist entweder der Grund herzukommen oder der Grund, es nicht zu tun.

Nachbarn am selben Bodden sind Martinshafen und Lietzow; ankern lässt sich im Großen Jasmunder Bodden vor dem Hafen oder gegenüber am Mittelsee.

Häufige Fragen

Wie tief ist der Hafen Ralswiek?

Für den Hafen werden 0,8 bis 2,5 Meter genannt. Wichtiger ist der Gastbereich im Südosten – dort sind es nur 0,5 bis 2,1 Meter. Wer mehr als anderthalb Meter geht, sollte vorher anrufen: 0173 6250504.

Wie viele Liegeplätze hat Ralswiek?

Vierzig laut einer Quelle, rund siebzig Gastplätze am Wasserwanderrastplatz laut einer anderen. Auch bei der maximalen Bootslänge gehen die Angaben auseinander: 12 oder 15 Meter.

Was ist in Ralswiek los?

Die Störtebeker-Festspiele, von Ende Juni bis Anfang September, auf einer Freilichtbühne direkt am Bodden mit über 120 Darstellern. Abends ist der Ort dann alles andere als still.

Worauf muss ich bei der Ansteuerung achten?

Nur bei Tag anlaufen, strikt in der Fahrrinne bleiben und das letzte Tonnenpaar passieren. Am Westufer liegen Steine, und beidseits des Fahrwassers wird es schnell flach.

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