Der Segler- und Fischereihafen Greifswald-Wieck liegt an der Mündung des Ryck in den Greifswalder Bodden – ein lebendiges Fischerdorf-Ensemble mit Räucherei, Kutter und der berühmten hölzernen Klappbrücke von 1887. Für uns war Wieck das Ziel des allerersten Wochenendtörns mit Telsche.
Ansteuerung
Vom Bodden aus ist die Ansteuerung Tag und Nacht unkompliziert: Von der Dänischen Wiek kommend orientiert man sich an den Leitfeuern Ladebow und Eldena, dann der betonnten Fahrrinne folgen, zwischen die Molenköpfe in den Ryck, ab dem Sturmflutsperrwerk gelten 4 Knoten. Gastlieger finden vor der Brücke auf beiden Ufern Platz (2–3 m Wassertiefe, freie Vereinsboxen an grünen Schildern); größere Yachten können sich beim Hafenamt oder beim Yachtclub Wieck e.V. für einen Platz längsseits am Pier vor dem Hafenamt oder vor dem MaJuWi anmelden. Wer zum Stadthafen Greifswald weiter will, nimmt die stündliche Brückenöffnung – Achtung: um 12 Uhr bleibt die Klappbrücke zu.
Liegen & Ausstattung
Für die Reviergröße überdurchschnittlich: Strom und Wasser am Steg, Sanitärgebäude mit Waschmaschine, Kran, Travellift, Slipanlage, Motorenwerkstatt, Segelmacher – und eine Diesel-Tankstelle, eine der wenigen im Revier. Hafenamt: +49 3834 8536-2933.
An Land
Fischrestaurants und Cafés direkt am Hafen, dazu Frischfisch und Räucherware direkt von der Fischereigenossenschaft Greifswalder Bodden („Wiecker Fisch“) an der Klappbrücke. Die Klosterruine Eldena liegt einen Kilometer entfernt, die Greifswalder Altstadt ist über den Radweg am Ryck in einer Viertelstunde erreichbar.
Wieck und seine Geschichte
Wieck geht auf eine slawisch-dänische Ansiedlung zurück und ist seit 1248 urkundlich belegt. Zum 1. April 1939 wurde der Ort zusammen mit Eldena und Ladebow nach Greifswald eingemeindet. Das backsteinerne, einst als Zollhaus genutzte Gebäude am Bollwerk beherbergt heute das Hafenamt.
Im Hafen zu Hause, wenn auch gerade nicht dort zu sehen, ist das Segelschulschiff GREIF: 1951 als Geschenk an Wilhelm Pieck gebaut und nach ihm benannt, diente die Schonerbrigg einst der vormilitärischen Ausbildung. Nach der Wende kaufte die Stadt Greifswald das Schiff und taufte es in GREIF um. Seit dem 5. März 2026 schwimmt es nach einer millionenschweren Generalsanierung wieder – Motor, Elektrik und Innenausbau sind aber noch offen, das Schiff liegt derzeit noch bei einer Werft in Stralsund. Sein Heimathafen bleibt Wieck.
Ein Spaziergang lohnt zur Klosterruine Eldena: 1199 ließen sich hier Zisterziensermönche nieder, später von Caspar David Friedrich – 1774 in Greifswald geboren – mehrfach gemalt und dadurch weltbekannt. Von Mai bis Oktober öffnet zudem die Eldenaer Bockwindmühle für Besucher. Wer noch weiter will: Das Naturschutzgebiet Elisenhain und die Badestelle Eldena an der Dänischen Wiek runden den Ausflug ab.
Unser Törn-Tipp
Wie sich der erste Wochenendtörn mit Telsche hierher angefühlt hat, steht in unserem Wieck-Bericht.
Aus der Praxis: was Segler berichten
Wieck ist ein Flusshafen, und das merkt man an mehreren Stellen.
Wie man einen Platz findet: Es gibt keine feste Zahl an Gastliegeplätzen. Am Nordufer liegen Boxen, die überwiegend von einheimischen Seglern belegt sind – freie Plätze sind mit grünen Schildern gekennzeichnet. Danach hält man Ausschau, das ist das ganze System. Die Boxen am Südufer gehören überwiegend den örtlichen Segelvereinen. Und der 190 Meter lange Nordkai ist Fahrgastschiffen vorbehalten, dort macht man nicht fest.
Zwei Dinge, die man vorher wissen sollte: Die Sanitäranlagen liegen in der Pension „Schipp In“ neben dem Hafenamt, und der Türcode wechselt alle zwei Tage – wer länger bleibt, muss sich aktiv den neuen holen. Bezahlen kann man beim Hafenamt oder, wenn das geschlossen ist, beim Brückenpersonal.
Zur Nachtruhe: Weil man direkt im Fluss festmacht, wird es in den Morgenstunden durch den Schwell auslaufender Boote unruhig. Wer ausschlafen will, ist hier falsch – dafür ist man mittendrin.
Zur Klappbrücke: Sie öffnet nur bei Bedarf, und es gibt kein Funkverfahren. Man muss sich spätestens zehn Minuten vor der Öffnung sichtbar in Leitwerknähe positionieren – sonst öffnet sie nicht, und man wartet bis zur nächsten Stunde. Diese eine Information erspart einem den ärgerlichsten Fehler des Tages.
Wer Zeit hat: Die Ruine des Klosters Eldena, von Caspar David Friedrich mehrfach gemalt, liegt fünfzehn Gehminuten entfernt.
Wieck ist nicht das Ende des Ryck. Flussaufwärts, hinter der Klappbrücke, liegt nach rund fünf Kilometern der Museumshafen in der Stadt – der größte Deutschlands. Vor der Mündung liegt die Dänische Wiek als Ankerplatz, und am Südufer des Greifswalder Boddens Lubmin.

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