Gebrauchte Motorsegler Preise können stark variieren – von unter 10.000 Euro für kleine Einsteigerboote bis weit über 100.000 Euro für große Klassiker. Wer das erste Mal auf den einschlägigen Börsen stöbert, ist schnell überrascht, wie groß die Spannweite ist. Doch was steckt hinter diesen Unterschieden? Und was bekommt man wirklich für sein Budget? In diesem Artikel findest du eine aktuelle Übersicht über die wichtigsten Preisbereiche und erfährst, was Motorsegler Modelle wie Fisher, Nauticat oder LM heute tatsächlich kosten.

Inhaltsverzeichnis
Was bestimmt die Preise gebrauchter Motorsegler?
Die große Preisspanne ist kein Zufall. Sie hängt von mehreren Faktoren ab, die beim Bootskauf eine entscheidende Rolle spielen:
Alter & Pflegezustand
Ein Motorsegler aus den 70er-Jahren kann ein ehrliches, fahrbereites Boot sein – oder ein teures Restaurationsprojekt. Wer ein Boot findet, bei dem Motor, Rigg und Elektronik bereits erneuert wurden, spart später viel Geld.
Größe & Bauweise
Kleine 8-Meter-Boote wie die LM 27 oder Colvic Watson sind oft günstig. Größere Yachten wie Fisher 37 oder Nauticat 38 kosten ein Vielfaches, bieten dafür aber mehr Platz, Seetüchtigkeit und Komfort.

Technik & Ausstattung
Ein Boot mit neuem Motor, moderner Navigationselektronik und guter Heizung ist wesentlich wertvoller als ein Exemplar mit altem Originalmotor.
Marke & Seltenheit
Wer Fisher, Nauticat oder Hallberg-Rassy kauft, investiert in Namen mit stabiler Nachfrage. Exoten oder Eigenbauten sind oft günstiger, aber auch schwerer wieder zu verkaufen.
Gerade bei Klassikern wie Fisher, Nauticat oder LM spielt der Name eine große Rolle. Manche Modelle sind regelrechte Sammlerstücke geworden, andere sind günstige Einsteigerboote, die überall zu finden sind.
Einsteigerklasse: bis 20.000 €
Das ist die Liga für Bastler und Einsteiger. Typische Modelle sind die LM 27 oder sehr kleinere Colvic Watson 23. Für rund 10.000–15.000 Euro gibt es fahrbereite Boote, die oft technisch solide sind, aber optisch Patina zeigen.
- Beispiel: Eine LM 27 in Dänemark für rund 8.000 €, sofort fahrbar, aber mit Renovierungsbedarf im Innenraum. Aber preisleich eher zwischen 12.000 und 18.000 € im guten Zustand.
- Besonderheit: Viele dieser Boote haben treue Fangemeinden, die gerne Ersatzteile tauschen und Tipps geben – ein Vorteil für Anfänger.
- Risiko: Wer glaubt, mit wenig Geld ein „fertiges“ Boot zu bekommen, täuscht sich. Lack, Holzarbeiten oder neue Segel können schnell mehr kosten als der Kaufpreis.
👉 Empfehlung: Für handwerklich geschickte Käufer eine spannende Einstiegsklasse.

Mittelklasse: 20.000 bis 40.000 €
In dieser Preisklasse spielt sich der Großteil des Marktes ab. Hier findet man Boote, die sofort segelfertig sind – etwa LM 30, LM 32, Dartsailer 30 oder eine Fisher 30 im soliden Zustand.
- Beispiel: Eine Fisher 30 für 32.000 € mit überholtem Motor, sofort einsatzbereit für Küstentörns.
- Typische Merkmale: Neue Technik, teilrenovierte Innenräume, gepflegte Segel.
- Charakter: Boote dieser Klasse sind keine „Luxusliner“, aber man kann mit ihnen ohne Weiteres Sommerwochen auf der Ostsee oder längere Urlaube im Mittelmeer verbringen.
👉 Empfehlung: Für die meisten Käufer die beste Balance aus Budget und Nutzen. Meine eigene Telsche lag preislich auch in diesem Rahmen.

Oberklasse: 40.000 bis 80.000 €
Hier steigen Qualität und Komfort deutlich. Wer in dieser Liga kauft, bekommt nicht nur ein Boot, sondern ein Stück Sicherheit: Diese Schiffe sind meist komplett refittet und mit moderner Technik ausgestattet.
- Typische Modelle: Nauticat 33, Hallberg-Rassy 94 Kutter, top erhaltene Fisher 30 oder LM 32.
- Beispiel: Eine Nauticat 33 für 65.000 € – gepflegt, mit modernem Motor und Elektronik.
- Besonderheit: Diese Boote sind sofort langfahrtauglich. Man kauft hier Substanz und Zuverlässigkeit.
👉 Empfehlung: Ideal für Käufer, die direkt starten wollen, ohne große Refits zu planen.

Premiumklasse: 80.000 bis 150.000 €
In diesem Bereich spielen die großen Klassiker: Fisher 37, Nauticat 38 oder späte Baujahre der Fisher 34.
- Beispiel: Eine Fisher 37 in sehr gutem Zustand kostet in der Regel deutlich über 100.000 €.
- Haber: Kleinere Modelle wie die 660 M oder 800 M liegen gebraucht bei 30.000–40.000 €, neue Boote jedoch schnell bei 100.000 €.
- Charakter: Diese Schiffe sind großzügig, seetüchtig und bieten echten Wohnkomfort. Sie sind gemacht für Eigner, die lange Reisen planen und dabei nicht auf Komfort verzichten möchten.
- Besonderheit: Wer in dieser Liga kauft, kauft meist fürs Leben – die Boote sind wertstabil und oft heiß begehrt.
👉 Empfehlung: Für ambitionierte Segler, die bereit sind, mehr zu investieren – und dafür lange Freude am Boot haben.

Moderne Neubauten: ab 150.000 €
Neben den Klassikern gibt es auch Werften, die das Konzept Motorsegler neu interpretieren.
- Die Fisher 37 oder Nauticat 38 kann durchaus über 150.000 € liegen, wenn sie in einem sehr guten Zustand sind und viel ins Refit investiert wurde.
- Nordhavn 56MS: eine moderne Luxusyacht, gebraucht um die 650.000 €, als Neubau über 2 Mio. € – das ist eine völlig andere Liga, aber sie zeigt: Der Motorsegler ist lebendig.
👉 Empfehlung: Für Käufer, die moderne Technik und Neubauqualität suchen – und bereit sind, den entsprechenden Preis zu zahlen.

Versteckte Kosten: der Preis hinter dem Preis
Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Gerade bei gebrauchten Motorseglern sollte man Folgekosten nicht unterschätzen:
- Motorüberholung oder Repower: 10.000–30.000 €
- Segel & Rigg: 5.000–15.000 €
- Elektronik: mindestens 5.000 €
- Holzarbeiten & Teakdeck: variabel, aber schnell fünfstellig
- Winterlager & Unterhalt: je nach Größe 2.000–6.000 € pro Jahr
Viele Käufer berichten, dass ein vermeintliches Schnäppchen am Ende teurer wurde als ein teureres, aber bereits refittetes Boot. Hier findet ihr daher 10 Tipps auf die man beim Kauf eines gebrauchten Motorseglers achten sollte.
Fazit: Was kosten gebrauchte Motorsegler wirklich?
Die gebrauchte Motorsegler Preise bewegen sich in einem weiten Korridor:
- 8–20k: ehrliche Einsteigerboote für Bastler.
- 20–40k: solide Mittelklasse, segelfertig.
- 40–80k: gepflegte Klassiker mit Refit.
- 80–150k: große Nauticat- und Fisher-Yachten.
- 150k+: moderne Neubauten und Luxus-Interpretationen.
Am Ende entscheidet nicht nur der Preis, sondern auch, wie viel Eigenarbeit man investieren möchte. Motorsegler sind keine Massenware – sie sind Boote mit Seele, und genau das macht sie so besonders.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen
Warum schwanken gebrauchte Motorsegler Preise so stark?
Weil Pflege, Refit und Ausstattung oft mehr Einfluss haben als die reine Länge.
Welche Motorsegler Marken sind am wertstabilsten?
Fisher, Nauticat und Hallberg-Rassy gelten als besonders wertbeständig.
Steigen die Preise für Motorsegler Klassiker?
Ja, die Nachfrage nach gepflegten Motorseglern ist stabil, und die Zahl der Boote nimmt nicht mehr zu – gute Exemplare werden eher teurer.
5 Gedanken zu “Gebrauchte Motorsegler Preise: was kosten die Klassiker?”