Die Fisher Potter 25 ist eines der ungewöhnlichsten Boote der traditionsreichen Fisher-Reihe. Während Modelle wie die Fisher 25 oder Fisher 30 als klassische Motorsegler weltbekannt sind, wurde die Potter 25 bewusst anders gedacht: als robustes Arbeits- und Allzweckboot, das sich sowohl für Fischerei und kommerzielle Einsätze eignete als auch für den Einsatz als schlichter Familien-Weekender. Damit nimmt sie eine Sonderstellung in der Fisher-Geschichte ein – und ist heute eine echte Rarität.

Entstehungsgeschichte der Potter 25
Die Fisher Potter 25 entstand Mitte der 1970er-Jahre bei Fairways Marine, später übernommen von Northshore Yachts. Grundlage war der bewährte Rumpf der Fisher 25 – ein stabiler, seegängiger Langkieler mit gutmütigen Eigenschaften. Doch statt ein weiteres Motorsailer-Modell zu entwickeln, schlug die Werft einen anderen Weg ein.

Das Ziel: ein Arbeits- und Allzweckboot, das sich sowohl für kommerzielle Anwendungen als auch für private Nutzung eignete. So wurde 1976 die Potter 25 vorgestellt – von der Werft selbst als „probably the prettiest and most versatile vessel yet conceived by Fairways“ bezeichnet.
Gebaut wurde die Potter nur bis 1984. Exakte Stückzahlen sind nicht überliefert, was ihre heutige Seltenheit erklärt.
Konzept und Einsatzzwecke
Die Potter 25 war in erster Linie praktisch und vielseitig gedacht. Im Werbeprospekt listete Fairways eine beeindruckende Bandbreite möglicher Einsatzgebiete auf:
- Fischerei: Trawling, Netze setzen, Hummer- und Krabbenfang
- Sport & Freizeit: Angeln, Tauchen, Familien-Weekender
- Arbeit: Surveying, Bergung, Club Committee Vessel, Pendelboot bei jedem Wetter
Damit war die Potter 25 weit mehr als ein Motorsailer. Sie war eine Art multifunktionaler Küstenarbeiter, robust genug für kommerzielle Zwecke und gleichzeitig charmant genug, um Privatleute als Weekender zu überzeugen.

Aufbau und Innenraum
Der Innenausbau unterscheidet sich deutlich von den klassischen Fisher-Yachten.
- Vorne befindet sich eine kleine Zweibettkabine, schlicht, aber funktional.
- Mittschiffs liegt das große offene Arbeitsdeck, das Platz für Netze, Tauchausrüstung oder Lasten bietet. In einigen Booten wurde dieser Bereich später mit zusätzlichen Kojen ausgestattet, sodass vier Schlafplätze möglich waren.
- Achteraus thront ein kompaktes Wheelhouse, das dem Skipper Schutz und Übersicht bietet – ein Markenzeichen aller Fisher-Boote.
Damit verschiebt die Potter 25 die Balance: weniger Komfort, mehr Nutzfläche. In diesem Video bekommt man eine grobe Idee von dem Platz Angebot unter Deck:
Segeln – nur optional
Während die Fisher 25 als Motorsailer für längere Reisen unter Segeln ausgelegt war, spielte das Segeln bei der Potter nur eine Nebenrolle.
Standardmäßig war sie mit einem kleinen Steadying Mizzen ausgerüstet – ein Hilfssegel, das vor allem dazu diente, den Kurs bei Seegang zu stabilisieren. Für manche Eigner wurde jedoch ein vollständiges Ketch-Rigg installiert. Diese Variante, bekannt als Potter Weekender, kam der Fisher 25 Motorsailer am nächsten, blieb aber ein Nischenprodukt.
Der eigentliche Antrieb war ein Volvo Penta MD2B Diesel mit 25 PS, robust, genügsam und für die Aufgaben als Arbeitsboot ausreichend dimensioniert.
Technische Daten im Überblick
- Designer: Wyatt & Freeman
- Werften: Fairways Marine, später Northshore
- Produktionszeitraum: 1976–1984
- Länge über alles (LOA): 7,69 m (25’3’’)
- Länge Wasserlinie (LWL): 6,40 m (21’0’’)
- Breite (Beam): 2,85 m (9’4’’)
- Tiefgang (Draft): 1,13 m (3’9’’)
- Verdrängung: 4.572 kg (10.080 lbs)
- Kiel: Langer, einlaminierter Kiel mit Gusseisen-Ballast
- Rigg: Steadying mizzen oder Ketch
- Unterbringung: 2–4 Kojen
- Antrieb: Volvo MD2B Diesel, 25 PS
- Tanks: ca. 182 l Diesel, 227 l Frischwasser
- Standardausrüstung: Kompass, Echolot, Scheibenwischer, CQR-Anker, Bilgepumpe
Unterschiede zur Fisher 25 Motorsailer
Obwohl beide Boote den gleichen Rumpf teilen, sind die Konzepte grundverschieden:
| Merkmal | Fisher 25 (MS) | Fisher Potter 25 |
|---|---|---|
| Einsatz | Fahrtensegeln, Komfort-Cruiser | Arbeitsboot, Fischerei, Allzweck |
| Aufbau | Wohnkabine + Salon + Wheelhouse | Bugkabine + offenes Arbeitsdeck + Wheelhouse |
| Segelrigg | Standardmäßig Ketch oder Sloop | Meist nur Steadying mizzen, optional Ketch |
| Innenraum | Komfortabler Ausbau für längere Reisen | Minimalistisch, funktional, evtl. 4 Kojen |
| Produktionsdauer | 1971–2000er Jahre, hunderte Einheiten | 1976–1984, wenige Exemplare |
| Zielgruppe | Fahrtensegler, Blauwasser | Fischer, Küstenarbeiter, pragmatische Eigner |
Warum die Potter 25 heute so selten ist
Die Potter 25 hatte ein spannendes Konzept, doch sie traf nicht den Nerv der Masse. Viele private Käufer bevorzugten die komfortablere Fisher 25 Motorsailer, während für den professionellen Einsatz oft größere, spezialisierte Arbeitsboote interessanter waren.
So blieb die Potter 25 ein Nischenprodukt, das nur in kleiner Stückzahl gebaut wurde. Heute tauchen gelegentlich Exemplare auf dem Gebrauchtmarkt auf, meist in Großbritannien. Die Preise variieren stark, bewegen sich aber in ähnlichen Regionen wie gut erhaltene Fisher 25 Motorsailer.
Fazit: Ein Boot mit Charakter
Die Fisher Potter 25 ist ein Stück Fisher-Geschichte, das zeigt, wie experimentierfreudig die Werften Fairways Marine und Northshore waren.
Sie ist weder ein klassischer Motorsailer noch ein reines Arbeitsboot, sondern ein hybrides Konzept, das Robustheit, Vielseitigkeit und Charme vereint.
Für Sammler und Liebhaber ist sie heute eine maritime Rarität. Wer eine Potter 25 sieht, erkennt sofort die vertraute Fisher-Silhouette – und gleichzeitig ihre Eigenständigkeit.
Ein Boot für Individualisten, die das Besondere suchen.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen
Was ist die Fisher Potter 25?
Die Fisher Potter 25 ist ein seltenes Boot von Fairways Marine, das auf dem Rumpf der Fisher 25 basiert. Anders als die Motorsailer-Version wurde sie für kommerzielle Anwendungen wie Fischerei, Surveying oder Tauchen entwickelt, konnte aber auch als Weekender genutzt werden.
Wann wurde die Fisher Potter 25 gebaut?
Die Fisher Potter 25 wurde zwischen 1976 und 1984 von Fairways Marine und später Northshore gebaut. Genaue Stückzahlen sind nicht bekannt, was sie heute zu einer Rarität macht.
Worin unterscheidet sich die Fisher Potter 25 von der Fisher 25?
Während die Fisher 25 als Motorsailer konzipiert wurde, war die Potter 25 ein Arbeits- und Allzweckboot mit großem offenen Decksbereich, kleiner Bugkabine und optionalem Steadying- oder Ketch-Rigg.
Wie viele Fisher Potter 25 wurden gebaut?
Die genaue Zahl ist nicht dokumentiert. Experten gehen davon aus, dass nur wenige Exemplare existieren, da die Produktion bereits 1984 eingestellt wurde.
Ist die Fisher Potter 25 sammelwürdig?
Ja, da nur wenige Boote gebaut wurden und sie ein ungewöhnliches Kapitel in der Geschichte der Fisher-Werft darstellt, gilt sie unter Liebhabern als besonders sammelwürdig.
2 Gedanken zu “Die Fisher Potter 25 – Arbeitsboot, Weekender und maritime Rarität”