Als letztes Jahr die Saison unerwartet mit einem Ruderschaden endete und damit auch mein letzter Törn fürs Jahr abgesagt werden musste, war mir noch nicht klar, dass Telsche dieses Saison komplett an Land bleiben würde und ich dieses Jahr zu meinem großen Bedauern nicht einmal Segeln können werde. Telsches Logbuch würde in 2025 ohne Einträge bleiben.

Eine Generalüberholung war überfällig
Nachdem ich Telsche zwei Saisons ausgiebig genutzt hatte – erst in Berlin und dann an der Ostsee – machten die letzten Törns der Saison 2024 unmißverständlich klar, dass es Zeit war vier Dinge endlich in Angriff zu nehmen:
- Den Rumpf
- Die Segel
- Das Holz
- Das Ruder
Der Lack auf dem Teakholz war an vielen Stellen aufgeplatzt, es hatte sich Feuchtigkeit darunter gesammelt und das Holz sah nicht nur schlecht aus, sondern war wirklich im Risiko zu Faulen. Das UV Licht hatte den Türen und Segeln ordentlich zugesetzt und der Lack am Rumpf war nicht nur vollkommen Matt, sondern hatte auch einige Schrammen – und zu guter Letzt schien an einigen Stelle eine alte Lackierung und Schriftzeichen durch, so dass klar war, dass hier dringender Handlungsbedarf bestand.
Und dann war da noch die defekte alte Ruderanlage, die gegen eine hydraulische Steuerung ausgetauscht werden musste.
Ich war heilfroh, dass all diese Arbeiten direkt von dem Yachtservice der Marina Im Jaich angeboten wurden und ich wusste ich hatte keine andere Wahl als den Auftrag zu erteilen die Arbeiten allesamt durchführen zu lassen.



Und der Yachtservice hat einen wirklich fantastischen Job gemacht! Der Rumpf wurde komplett abgeschliffen und das British Racing Green von Telsche komplett neu aufgebaut. Das gleiche gilt für jegliches Teakholz was sich außen an Telsche befindet. Und das ist wesentlich mehr, als man vielleicht auf den ersten Blick realisiert.



Als ich die Fotos von den Arbeiten bekommen habe, war ich wirklich begeistert. Telsche gebaut in 1978 sieht wieder aus wie neu in 2025!

Der Rumpf glänzt und das geschliffene Teakholz wird nun Schritt für Schritt ausgrauen und damit seinen ganz eigenen Charme entwickeln. Nur an den seitlichen Türen, dem Mastfuss und an der Sitzbank hinten am Heckkorb wurde der Lack komplett neu in 12 Schichten aufgebaut.
Und als wäre das nicht genug wurde es auch Zeit sämtliche in die Jahre gekommenen Segel von Telsche zu erneuern. Eine neue Genua hatte ich bereits und so erteilte ich auch den Auftrag ein neues Großsegel – samt ursprünglichem Klassenzeichen und Segelnummer (welches gleichzeitig auch die Rumpfnummer ist) – und ein neues Besan Segel inkl. passenden Lazy-Bags anfertigen zu lassen.

Segeln ist ein teures Hobby
Als ich die ganzen Aufträge noch im Sommer direkt erteilte und die Fertigstellung noch in damals ferne Zukunft lag, machte ich mir nicht all zu große Gedanken über die Kosten. Es musste halt sein, um Telsche Instand zu halten.
Als mir dann aber irgendwann klar wurde, dass alles zusammengerechnet auf eine kleine fünfstellige Summe hinauslaufen würde, wurde mir allerdings schon ganz mulmig. Soviel Geld hatte ich definitiv weder geplant noch dafür Beiseite gelegt.
Ich denke es gehört zu den häufig ungern ausgesprochenen Wahrheiten dass im sich manch Eigner manchmal finanziell stärker aus dem Fenster lehnt als ihm lieb ist und doch wesentlich mehr Geld in ein Boot investieren muss, als ihm ursprünglich klar gewesen ist und in diese unangenehme Falle bin ich leider auch getappt.

Für diese Kosten aufzukommen wird mich leider länger beschäftigen als mir lieb ist und wie es manchmal so läuft im Leben: dann kam eines zum anderen und auch beruflich haben sich bei mir einige Dinge verändert und mir wurde klar, dass 2025 ein Jahr wird indem weder das Geld locker sitzt, noch die Zeit da ist um mit Telsche neue Abenteuer zu erleben, da mich mein Job rund um die Uhr beanspruchen wird.
Und so musste ich wohl oder übel die schwere Entscheidung treffen Telsche dieses Jahr komplett an Land stehen lassen. Mit frisch lackiertem Rumpf, mit Teakholz was wieder wie neu aussieht, mit glänzend lackierten Türen und komplett neuer Segelgarnitur – und einer komplett neuen hydraulischen Steuerung.
Bitter, aber wahr! In Anbetracht dessen hat sich auch hier auf dem Blog wenig getan und ich habe mich generell sehr wenig mit dem Thema Segeln beschäftigt, da ich wusste, dass dieses Saison leider verloren ist.
Daher hier ein kurzes Update. Ich werde vermutlich die nächsten Wochen einmal zu Telsche rausfahren und nach dem Rechten sehen und dann bin ich im Geiste einfach schon in der nächsten Saison in 2026. Und dann wird es auch hier wieder viele Berichte geben.
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