Telsche

Logbuch eines Motorseglers

Ein verfrühtes Saison Ende für Telsche

Sebastian Küpers
Sebastian Küpers 16.09.2024 · 3 Min. Lesezeit

Es ist Mitte September und leider ist klar, dass es dieses Jahr keinen weiteren Törns mehr geben wird mit Telsche. Der Defekt in der Steueranlage kann erst über den Winter behoben werden und daher hieß es heute: Segel runter und Klarschiff machen – Telsche kommt noch diese Woche aus dem Wasser.

Es war unsere erste Saison an der Ostsee. Schön war es und auch wenn jetzt früher Schluss ist als geplant, war ich viel unterwegs. In Zahlen:

Gut 600 Seemeilen in 13 Törns mit 18 unterschiedlichen Gästen an Bord. 22 Nächte habe ich selbst an Bord geschlafen.

Einmal habe ich Rügen komplett umrundet. Beide Versuche nach Dänemark zu kommen mussten leider abgebrochen werden. Kein Bornholm. Kein Kopenhagen dieses Jahr.

Auf dem Greifswalder Bodden war ich am häufigsten unterwegs. Und habe noch längst nicht alles gesehen.

Was mich an diesem Revier überrascht hat ist wirklich seine Vielfalt. Rügen hat so viele unterschiedliche Seiten: so viele Buchten, Bodden, Küsten, Halbinseln, Strände, Häfen und Ankerplätze. Schaue ich aufs nächste Jahr habe ich immer noch eine gefühlt unendlich lange Liste an Orten die ich mit Telsche rund um Rügen entdecken möchte.

Gelernt habe ich viel. Fast immer ging zumindest eine Kleinigkeit oder auch mal was Großes schief oder kaputt, so dass Improvisation gefragt war. In der Ostsee habe ich auch einiges ungewollt gelassen. Eine Brille, eine Winschkurbel, zwei Zeisinge, einen Schraubenzieher und ein paar Kleinteile wir Schrauben.

Jetzt gibt es für den Winter wirklich viel zu tun und ich bin froh zum ersten Mal seit dem Kauf von Telsche im Winter 2022 das Boot an Land stehen zu haben, um viele Projekte in Ruhe angehen zu können.

Teak Holz schleifen, Rumpf lackieren, neue Logge installieren, Hydraulische Steuerung mit Selbststeueranlage einbauen, den Lack an den Türen neu aufbauen, das Rigg ausbessern und vor allem auch endlich die Elektrik komplett zu Ende neu verkabeln – da ich aktuell immer noch den alten großen Stromkreis parallel im Betrieb habe.

Ankern war definitiv mein Highlight dieses Jahr. Ich hätte niemals gedacht wie schön es ist in einer Bucht zu liegen und die Stille um einen herum zu genießen. Es offenbaren sich fantastische Ausblicke und einfach nur an Deck sitzen mit einer Tasse Kaffee in der Hand kann Beschäftigung genug sein.

Jetzt muss ich ganze 7 Monate warten bis ich wieder die Segel anschlagen kann. Das wird eine lange Zeit! Die letzten beiden Winter war ich definitiv auch viel bei eisiger Kälte mit Telsche unterwegs und habe es genossen der einzige auf dem Wasser zu sein, den Refleks Ofen laufen zu haben und gemütlich im Warmen zu sitzen.

Aber das mit dem Segeln in der kalten Jahreszeit auf der Ostsee probiere ich dann nächsten Jahr aus. Auf dem Blog hier geht es auch im Winter weiter. Sicherlich seltener mit Fokus auf den Refit Arbeiten.

Bis dahin!


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Kommentare

4 Kommentare

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  3. Avatar von Martin Helten
    Martin Helten

    Hallo Herr Küpers,
    zunächst einmal ein großes Kompliment zu Ihrer Seite! Wirklich sehr informativ und spannend zu lesen. Eine Fisher ist schon seit längerer Zeit mein Traum. Nachdem ich im letzten Sommer meine Navis 33 verkauft habe, trage ich mich nun mit dem Gedanken eine Northeaster 30 zu erwerben. Leider hat das angebotene Boot aktuell kein Rigg. Könnten Sie mir evtl. Informationen über das Rigg zukommen lassen? Ich würde die Fisher auf jeden Fall gerne wieder aufriggen.
    Vielen Dank im voraus und viele Grüße,
    Martin Helten

    1. Ja ich habe einen Riggplan. Hast Du eine Email? Schick ich Dir

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