Auf geht es nach Rügen!

Was soll ich sagen. Tag 1 verlief nicht wie geplant. Ich war bereits um 7 Uhr in der Früh als erster an Bord und habe noch die letzten Vorbereitungen getroffen:

Der neu verklebte Inneneinbaugeber von Raymarine musste mit Frostschutz aufgefüllt & verschraubt werden und das Funkgerät final angeschlossen werden. 

Die gesamte Crew hat im Winter nämlich endlich das Funkzeugnis UBI und SRC erworben und war mehr als gespannt endlich mit Schleusenwärtern und anderen die gelernte Theorie in die Praxis umzusetzen. 

Mein Refleks Ofen sprang auf Anhieb an, die Lebensmittel wurde in jeden erdenklichen Winkel von Telsche verstaut und dann hieß es “Leinen los” mit Kurs Richtung Schleuse Wernsdorf. 

Auf dem Weg dahin der erste Schreck: der Dieselofen qualmte und brodelte plötzlich, als hätten wir in ihm Wasser zum Kochen aufgesetzt. Schnell den Haupthahn abgedreht und genau in dem Moment katapultierte der Druck im Ofen den Deckel einen halben Meter in die Höhe gefolgt von einer großen Stichflamme.

Der Griff zum Feuerlöscher war im Geiste schon vollzogen worden, aber war zum Glück nicht notwendig. Noch mal gut gegangen. Die Ursache: unklar. 

Der erste Funkkontakt mit dem Schleusenwärter war wohl etwas zu sehr nach Lehrbuch und wir wurden freundlich darauf aufmerksam gemacht, doch erstmal einen guten Morgen zu wünschen. 

In der Schleusenkammer dann die aktuelle Lage aus der Revierzentrale Magdeburg per Funk. Und da kam die zweite schlechte Nachricht: Spree-Oder-Wasserstraße ab Km 118 voll gesperrt. Nach kurzer Rückversicherung mit dem Schleusenwärter dann die bittere Wahrheit: Klaus hatte recht 😉

Wir hätten gleich oben über die Havel-Oder Strecken fahren sollen. Zum Glück haben wir das nicht erst bei Km 118 gemerkt. 

Wir hatten uns dann zumindest auf eine letze Fahrt durch die Berliner Innenstadt gefreut, wurden aber gleich erneut enttäuscht, weil die eingeschränkte Betriebszeit der Schleuse Charlottenburg uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. 

Die Stimmung an Bord war erstmal am Boden als es hieß: noch einmal Teltow Kanal! Wir dachten da müssten wir nie wieder durch. 

Die Stimmung wurde daraufhin mit Kaffe, Rührei und Speck wieder gehoben und dann gab es halt noch mal eine Abschiedstournee durch den Westen. Auch schön. 

Der einzige Wermutstropfen war dann, dass netter Weise das Bunkerschiff in Spandau uns noch mal erlaubt hat den Diesel Tank mit 100L nachzufüllen, so dass wir uns darum keine Sorgen machen mussten.

Es wurde dann eine lange Nachfahrt bis ca 23 Uhr. Die Schleuse Lehnitz wurde gegen 20 Uhr passiert und wir waren ca. drei Stunden später heilfroh den leuchtenden Anker der Marina Marienwerder zu erblicken.

In Nachtfahrten sind wir von unserem Mittellandkanal Abenteuer von vor einem Jahr noch gut geübt und diesmal mit soviel High-Tech ausgestattet, dass die Müdigkeit wirklich das größte Problem am Ende wurde.

Alle sind müde in die Kojen gefallen und waren sofort weg. So schauen wir mal welche Überraschung Tag 2 für uns bereit halten wird.

Weiter mit Tag 2: Einmal über die Oder fahren – oder Du schaust in Telsches Logbuch, wo Du eine Übersicht über alle Abenteuer findest.


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2 Gedanken zu “Auf geht es nach Rügen!

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