Ich hatte mit einer Trans-Ocean Mitgliedschaft schon immer geliebäugelt. Als ich Telsche vor mittlerweile gut 1,5 Jahren gekauft habe, habe ich mir einen lang gehegten Traum erfüllt und began natürlich Pläne zu schmieden. Mir war klar, dass die Verwirklichung dieser Pläne sehr viel Zeit beanspruchen würde (einige Jahre oder gar Jahrzehnte) und dass der Kauf dieses Bootes vermutlich das langfristigste angelegte Hobby ist, was ich jemals gestartet habe.

Das Abenteuer Telsche – eine Motorsegler vom Typ Fisher 30 Northeaster – ist ein Projekt vieler kleiner Schritte. Es began mit der Überführung von Hanover nach Berlin in drei kleinen Etappen mitten im Winter. Es ging weiter mit einem Jahr auf den Berliner Gewässern, um Telsche besser kennenzulernen und erste Arbeiten in unmittelbarer Nähe zum eigenen Zuhause durchführen zu können. Jetzt stecken wir schon mitten im nächsten Kapitel welches rund um Rügen spielt und bei dem es darum geht erste echte Segelerfahrungen auf der Ostsee zu sammeln und Telsche weiter auszurüsten.
Diesen Monat bin ich nun Mitglied im Trans-Ocean e.V. geworden, was evtl. schon ein kleiner Hinweis darauf ist wie es noch weitergehen soll. Ich bin nicht wirklich der Vereinsmensch. Hatte lange überlegt, ob es Sinn macht in einem Verein beizutreten, der Teil vom DSV ist und bin dann schlussendlich sehr glücklich beim TO gelandet. Ein eher virtueller Verein für Hochseesegler auf Langfahrt.
Warum sich eine Trans-Ocean Mitgliedschaft wirklich lohnt
Trans-Ocean ist für mich nicht einfach ein Verein – er ist ein virtueller Heimathafen. Gegründet 1968 von einem Einhand-Segler, der keine Unterstützung fand, ist er heute ein Netzwerk von rund 5.000 Segelenthusiasten weltweit, mit knapp 200 Stützpunkten, die helfen, wenn’s draußen auf der langen Fahrt mal hakt.
Die Tatsache dass der Verein virtuell ist und man hier nicht gleich ein Vereinsheim assoziiert, sondern einen Verbund von Hochseeseglern, macht für mich einen großen Unterschied.

Als Mitglied bekomme ich das vierteljährliche TO-Magazin mit Geschichten aus fernen Revieren, Zugang zu einem großen Forum voller Blauwasserwissen, reduzierte Seminarpreise (Wetterkunde, medizinische Bordpraxis etc.), Rabatte in Häfen und bei Ausrüstung – und darf sogar den TO-Standerschein führen.
Auf dem Wasser bleibt man nie allein – man hat die Gemeinschaft mit an Bord, wann immer man sie braucht.
Bin ich wirklich ein Hochseesegler?
Ich bin 44 Jahre, arbeite Vollzeit, habe eine große Familien-Crew mit Kindern im Schulalter und jegliche Form von Ruhestand und damit Zeit für die Langfahrt ist noch sehr weit weg. Die Ostsee zählt auch erstmal nicht im engeren Sinne zur Hochsee. Zum nächsten Ozean ist es doch ein Stück noch.
Trotzdem möchte ich auf das Abenteuer Segeln und auch das Reisen mit dem Boot schon jetzt zum Teil von meinem Leben machen und nicht erst darauf warten wollen, dass die Kinder aus dem Haus sind und ich in den Ruhestand gehe. Ich befinde mich sozusagen gerade im Jahrzehnt der langen Vorbereitung – mit der Hochsee und der Langfahrt am Horizont immer im Blick.
Meine konkreten Pläne für die Abenteuer mit Telsche über die nächsten Jahre
Ich werde jetzt erstmal Jahr für Jahr meinen Radius mit Telsche von Rügen ausgehend erweitern. Dieses Jahr steht definitiv noch Dänemark auf dem Program. Kopenhagen, Bornholm. Die Saison darauf kommt sicher Schweden hinzu und ein erster weiterer Törn über 2-3 Wochen mal am Stück. Ein Jahr weiter gedacht und ich hoffe mir dann mal eine längere Auszeit von vier bis sechs Wochen nehmen zu können, um es bis nach Norwegen zu schaffen und über die Nordsee zurück zu kehren. Es gibt an der Ostsee so viel zu entdecken. Da kann man sich einige Jahre mit beschäftigen und hat den Luxus von Berlin aus nicht wirklich lange fahren zu müssen, um die Leinen loszuwerfen.

Und dann schiele ich perspektivisch gesehen auf das Vereinigte Königreich und Irland in Summe. Da man dort aber nicht von Rügen aus einfach mal so hinkommt, würde ich in Erwägung ziehen Telsche zu dem Zeitpunkt für ein oder zwei Jahre in einen anderen Heimathafen zu verholen, von dem aus England, Irland und Schottland sich wesentlich einfacher über die nächsten Jahre erkunden lassen. Das wäre für Telsche auch eine Rückkehr in ihre Heimat, wo sie einmal gebaut wurde.
Dann kommt man zwar definitiv nicht mehr so spontan am Wochenende zum Boot, aber dann werden es vielleicht weniger und dafür länger geplante Törns. Mein kleinster Sohn will unbedingt nach Loch Ness mit Telsche. Der Plan ist hier aber noch sehr unkonkret, wie das genau funktionieren kann.
Ein große erstes Traumziel in wirklicher Ferne wäre für mich dann definitiv Island. Und dann kommen wir auch langsam in die Nähe des Hochseesegelns. Über Shetland und die Färöer rüber nach Island, einmal rum und wieder zurück nach Deutschland wäre ein Traum und auch sicherlich eine Reise für die man einen Sommer lang Zeit bräuchte.
Ich vermute um das alles abzuarbeiten braucht ich locker die nächsten 10 Jahre und werde dabei viel erleben, lernen und vermutlich auch 30mal neue Pläne schmieden.

Und dann stellt sich natürlich die Frage nach dem großen Teich. Man Ich würde schon gerne rüber. Einmal Karibik und dann rechtzeitig hoch zur Ostküste, einmal mit Telsche an der Freiheitsstatue vorbei und dann weiter hoch in den Norden nach Kanada und irgendwann wieder über den großen Teich zurück. Das wäre dann aber definitiv ein Sabbatical was diverse Komplikationen aufwirft und was gut und lange geplant sein muss.
Trans-Ocean Mitgliedschaft ist Synonym für die Langfahrt
Ist Telsche das ideale Boot für eine Atlantik Überquerung und die Langfahrt in Summe? Ganz sicher nicht. Geht es trotzdem? Auf jedenfall. Da sind schon Leute mit wesentlich kleineren Booten über den Atlantik in die Karibik gesegelt. Aber das ist wirklich eine sehr ferne Zukunft – aber beim Segeln geht es ja nunmal auch ein Stück weit ums Träumen von fernen Ländern.
Die Ziele sind hoch gesteckt. Ich denk für diese Pläne bin ich jetzt auch genau in dem richtigen Verein und ich freue mich darauf viel von anderen Mitgliedern zu lernen und von den ganzen Angeboten des Vereins profitieren zu können.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen
Was ist der Trans-Ocean e. V.?
Der Trans-Ocean e. V. ist ein deutscher Hochseesegelverein, gegründet 1968, mit Sitz in Cuxhaven. Sein Ziel ist es, Fahrten- und Regattasegler bei der Vorbereitung und Durchführung von Hochsee- und Langfahrten zu unterstützen.
Welche Vorteile hat eine Mitgliedschaft?
Mitglieder erhalten das vierteljährliche TO-Magazin, Zugang zu einem großen Online-Forum, Rabatte bei Seminaren und Händlern, Unterstützung durch weltweit knapp 200 Stützpunkte sowie die Möglichkeit, den Vereinsstander und einen Standerschein für ihr Boot zu führen.
Ist der Trans-Ocean nur für Hochseesegler geeignet?
Nein. Auch Seglerinnen und Segler, die sich noch in der Vorbereitung auf größere Reisen befinden oder erst Küstenerfahrung sammeln, profitieren von den Angeboten und dem Netzwerk. Viele Mitglieder nutzen den Verein, um Schritt für Schritt in Richtung Langfahrt zu wachsen.
Was kostet die Mitgliedschaft?
Der jährliche Mitgliedsbeitrag liegt (Stand 2025) bei 90 € für Einzelmitglieder. Es gibt auch Familien- und Fördermitgliedschaften. Damit zählt Trans-Ocean zu den günstigeren Segelvereinen mit internationaler Reichweite.
Wie viele Mitglieder hat der Verein?
Aktuell zählt der Trans-Ocean rund 5.000 Mitglieder weltweit. Viele von ihnen sind aktiv auf Langfahrt unterwegs, während andere sich in der Vorbereitung befinden oder vom Heimathafen aus Teil der Gemeinschaft sind.
Ein Gedanke zu “Trans-Ocean Mitgliedschaft – Meine Pläne für die Zukunft mit Telsche”