Lohme liegt am Fuß der Steilküste zwischen Sassnitz und Kap Arkona – ein winziger Hafen unterhalb des Ortes, zu dem man über zahllose Holzstufen hinaufsteigt. Er ist bekannt für seine Sonnenuntergänge, die in Reviersbeschreibungen als „legendär“ bezeichnet werden, und für eine Eigenheit, die man kennen sollte.
Die wichtigste Regel: früh da sein
Der Hafen ist fast täglich bis etwa 16 Uhr leer – und danach voll. Das ist kein Gerücht, sondern die durchgehende Beobachtung mehrerer Törnberichte. Wer hier sicher liegen will, plant die Etappe so, dass er am Nachmittag da ist. Wer um 18 Uhr ankommt, sucht.
Wassertiefe – hier liegt das eigentliche Risiko
Grundsätzlich sind bis zu 2,0 Meter Tiefgang möglich. Aber: Der Nordsteg wird schnell flach. Ab etwa 1,5 Metern wird es kritisch, und es gibt dokumentierte Grundberührungen bei 1,85 Metern Tiefgang. Der Südpier ist tiefer.
Mit unseren 1,30 Metern ist das entspannt – wer tiefer geht, fragt vorher über UKW Kanal 15 beim Hafenmeister nach einem passenden Platz.
Anlegen und Ansteuerung
Man liegt in Boxen zwischen Stahldalben und einem Holzsteg. Wichtig: mit dem Bug zuerst einfahren – wer rückwärts hineingeht, riskiert das Ruder.
Die Einfahrt ist nach Norden ausgerichtet und recht schmal. Bei starkem Wind aus Nordnordwest bis Nord mit Seegang sollte man Lohme nicht ansteuern – dann steht die See direkt in der Einfahrt. Das ist an dieser Küste ohnehin die Wetterlage, bei der man besser weiter nach Sassnitz oder Glowe geht.
Was einen erwartet
Die Sanitäranlagen sind ehrlich gesagt unterdimensioniert: zwei Toiletten und zwei Duschen für den ganzen Hafen, Duschmarke zwei Euro, und zwischen 11 und 12 Uhr ist geschlossen. Der Hafenmeister ist von 8:30 bis 9:00 und von 17:20 bis 20:00 Uhr da.
Dafür gibt es WLAN, das Café Niedlich und eine Apotheke im Ort. Der Einkauf ist begrenzt – Proviant plant man vorher. Die Liegegebühr von 12,50 Euro für Boote unter zwölf Metern stammt aus einer Quelle von 2011 und ist mit Sicherheit überholt; bitte aktuell erfragen. Strom und Wasser waren damals enthalten.
Schwanenstein und Herthaburg
Rund hundert Meter östlich des Hafens liegt der Schwanenstein: ein 162 Tonnen schwerer Findling aus rötlichem Hammer-Granit, vermutlich mit dem Eis von Bornholm hierher verfrachtet – der fünftgrößte erratische Block der Insel und als Geotop geschützt. Seinen Namen verdankt er einer Sage: Auf Rügen bringt der Storch die Babys im Sommer, der Schwan im Winter, und bis dahin liegen sie verborgen im Stein. Eine Gedenktafel am Stein erinnert still an drei Jungen, die dort im Winter 1956 ums Leben kamen.
Weiter westlich im Nationalpark liegt die Herthaburg, ein slawischer Burgwall aus dem 8. bis 12. Jahrhundert am dunklen, sagenumwobenen Herthasee. Die Legende verbindet den Ort mit der germanischen Erdgöttin Nerthus, von der sich der Name ableiten soll.
Ein Hinweis für alle, die auf alten Fotos oder in Reiseführern von den Wissower Klinken gelesen haben: Die markanten Kreidezacken zwischen Lohme und Sassnitz stürzten in der Nacht zum 24. Februar 2005 ins Meer, rund 50.000 Kubikmeter Kreide. Zu sehen sind sie in der bekannten Form nicht mehr – wer zum Königsstuhl wandert, sieht heute andere Formationen der Kreideküste.
Häufige Fragen
Wann sollte ich in Lohme ankommen?
Am Nachmittag. Der Hafen ist fast täglich bis etwa 16 Uhr leer und danach voll – das berichten mehrere Törnberichte übereinstimmend. Wer abends ankommt, findet unter Umständen keinen Platz mehr.
Wie tief ist der Hafen Lohme?
Grundsätzlich sind bis zu 2,0 Meter Tiefgang möglich, aber der Nordsteg wird schnell flach – ab etwa 1,5 Metern wird es kritisch, und es gibt dokumentierte Grundberührungen bei 1,85 Metern. Der Südpier ist tiefer. Über UKW Kanal 15 kann man vorher einen passenden Platz erfragen.
Wie legt man in Lohme an?
In Boxen zwischen Stahldalben und einem Holzsteg – und zwar mit dem Bug zuerst. Wer rückwärts einfährt, riskiert das Ruder.
Wann sollte man Lohme nicht anlaufen?
Bei starkem Wind aus Nordnordwest bis Nord mit Seegang. Die Einfahrt ist nach Norden ausgerichtet und recht schmal, dann steht die See direkt darin. Sassnitz und Glowe sind bei solchen Lagen die besseren Ziele.

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