Telsche

Logbuch eines Motorseglers

Flaches Boddenwasser, im Vordergrund ein Steinstrand, am Horizont die Hügel des Reddevitzer Höft

Hagensche Wiek

Die Hagensche Wiek von Süden, mit Blick auf das Reddevitzer Höft. Die Steine im Vordergrund sind kein Zufall – davon liegen hier viele.

Foto: Rauenstein, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Noch nicht selbst gelegen 6 m am Punkt Schutz in 13 von 16 Richtungen Krautgrenze bei 3 m Steine ringsum
Sebastian Küpers
Sebastian Küpers 16.08.2026 · 3 Min. Lesezeit

Die Hagensche Wiek ist der Ankerplatz für Leute, die Ruhe wollen und trotzdem Platz brauchen. Auf rund fünf mal zweieinhalb Kilometern findet sich fast jede gewünschte Tiefe, und im Ostteil vor Lobbe liegt man rundum gedeckt – dort hat der Wind aus keiner Richtung mehr als 2,6 Seemeilen Anlauf.

Wo wir hingehen

Müssten wir einen Punkt nennen: 54°19,293′ N · 013°41,073′ E. Dort steht die Sechs in der Karte, also weit unter der Krautgrenze, und Land liegt in alle Richtungen in Reichweite – 560 Meter nach Norden, 610 nach Nordost, 850 nach Südost, 750 nach Süd. Offen bleibt der Sektor Südwest bis West, und der ist es in der ganzen Wiek.

Der Weg dorthin führt am Tonnenpaar G 11 (grün) und G 14 (rot) vorbei, das gut einen Kilometer südsüdwestlich liegt: von dort rund 1.050 Meter auf 019 Grad. Man robbt sich heran, statt hineinzufahren, denn ringsum stehen Steine.

Und zwar diese: Der nächste liegt 313 Meter genau im Osten. Der Rest bildet ein Band im Nordwesten – acht einzeln kartierte Steine zwischen 550 und 1.050 Metern, auf der Karte mit Überdeckungen von 1,1 bis 1,8 Metern. Dazu zwei nach Süden auf gut 950 Metern. Innerhalb einer Seemeile sind es siebzehn.

Das ist aber nur unser Vorschlag, und darin liegt der eigentliche Reiz dieses Platzes: Auf fünf mal zweieinhalb Kilometern hat man hier fast freie Platzwahl. Je nach Windrichtung sucht man sich eine andere Ecke – im Ostteil vor Lobbe zum Beispiel liegt man rundum gedeckt, dort hat der Wind aus keiner Richtung mehr als 2,6 Seemeilen Anlauf. Was man dabei jedes Mal macht: vorher auf die Steine in der Seekarte schauen.

Tiefen und Ankergrund

Entlang des Fahrwassers fällt die Tiefe gestaffelt von 6,4 über 5,6 und 4,6 auf 2,5 Meter ab. Der Grund ist sandig bis schlickig, wobei der Schlickanteil mit der Tiefe zunimmt.

Ein Detail, das über eine gute und eine schlechte Nacht entscheidet: Die untere Grenze der Wasserpflanzen liegt bei rund drei Metern. Alles, was flacher ist, ist Krautgrund – Kamm-Laichkraut, Armleuchteralgen, Salden. Dort greift der Anker schlecht, weil er auf dem Bewuchs aufliegt statt sich einzugraben. Wer sicher liegen will, sucht sich Wasser jenseits der drei Meter.

Ansteuerung

Die Betonnung mit den Tonnen G1 bis G14 ist vollständig, aber unbefeuert – also nur bei Tag. An der Nordseite zur Halbinsel Reddevitz liegt eine Steinkante, im Nordosten ein Windwatt, das trockenfällt, und am Ostende bei Lobbe eine ausgewiesene Sperrfläche. Eine Brücke gibt es nicht, Masthöhe ist also kein Thema.

Rechtslage – hier ist es einfacher als anderswo

Die Hagensche Wiek ist einer der wenigen größeren Plätze in Südost-Rügen mit einer klaren Antwort: Nur der 100 Meter breite Uferstreifen gehört zur Schutzzone II, die offene Mitte ist frei. Die Wiek wird in der Befahrensverordnung nicht als Verbotsgebiet genannt.

Der Preis dafür: Eine Anlandung mit dem Dinghi ist praktisch nur im Hafen Gager möglich, weil man das Ufer sonst nicht anfahren darf. Von unserem Punkt sind das 0,6 Seemeilen nach Süden.

Häufige Fragen

Darf man in der Hagenschen Wiek ankern?

Ja, in der offenen Mitte. Nur der 100 Meter breite Uferstreifen gehört zur Schutzzone II; die Wiek selbst wird in der Befahrensverordnung nicht als Verbotsgebiet geführt. Das macht sie zu einem der rechtlich unkompliziertesten Plätze in Südost-Rügen.

Wo hält der Anker in der Hagenschen Wiek?

Jenseits von drei Metern Wassertiefe. Die untere Krautgrenze liegt bei rund drei Metern – flacher liegt der Anker auf Bewuchs auf statt sich einzugraben. Tiefer ist der Grund sandig bis schlickig und hält gut.

Bei welchem Wind liegt man dort gut?

In 13 von 16 Richtungen geschützt, offen nur nach Südwest, Westsüdwest und West. Im Ostteil vor Lobbe ist man rundum gedeckt – dort hat der Wind aus keiner Richtung mehr als 2,6 Seemeilen Anlauf.

Kann ich mit dem Dinghi an Land?

Praktisch nur im Hafen Gager. Der 100-Meter-Uferstreifen ist Schutzzone II und darf nicht angefahren werden.

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